How to survive: Adventszeit mit Intoleranzen

von Anja | Sugarfree Naturally

Bald beginnt sie wieder. Die für manche schönste Zeit des Jahres. Die Adventszeit. Für viele Menschen mit Intoleranzen ist das oft die härteste Zeit. Es gibt meist viele Weihnachtsfeiern, die Supermärkte sind voll mit Süßigkeiten, die Adventskalender lachen einen überall an. Und nicht zu vergessen: die ganzen Leckereien auf den Weihnachtsmärkten. 

Wie soll man denn da gut durch die Adventszeit kommen?! Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Tipps helfen kann, etwas besser durch diese Zeit zu kommen, wenn ihr an einer Fructose- und/oder Laktoseintoleranz leidet.

1. Adventskalender

Meine Devise lautet ja immer noch: Egal wie alt ich bin, ich bin niemals zu alt für einen Adventskalender. Ich bin gespannt, ob ich diese Haltung eines Tages mal ablegen werde. Aber ich bin mittlerweile zumindest schon mal bereit meinen Adventskalender zu teilen 😉 Hier gibt es einen Kalender, der zur Hälfte von mir und zur anderen Hälfte von meinem Freund befüllt wird. Ich find es mittlerweile sogar besser, solch einen selbstbefüllten Kalender zu haben, weil man nie weiß, was einen erwartet. Bei den herkömmlichen Adventskalendern erwartet einen als Überraschung ja höchstens eine unterschiedliche Schokoladenfüllung. 

Der Nachteil: Man muss sich ein paar mehr Gedanken machen und es ist meist auch etwas teurer..

Was darin zum Beispiel landen könnte:

  • Pflegeprodukte (wie bspw. Lippenpflegestifte oder eine kleine Handcreme)
  • Badesalz
  • fructosefreie Bonbons (z.B. von Frufree oder Frunix)
  • Kekse (entweder selbst in kleine Beutel gepackt oder manche sind schon gut vorportioniert, z.B. von Frufree, Frusano oder Werz Bio)
  • Nüsse
  • Dinkel Cracker
  • Kräutertees oder Pfefferminztees
  • Dinkel Mini Brezeln
  • Kokosriegel
  • Rubbellose (ziemlich oldschool aber auch ganz witzig)
  • besondere Kaffeepäckchen
  • Samen für Gemüse/Kräuter zum Selbstzüchten

Und wer doch lieber auf reine, süße Adventskalender steht, kann sich mal den Bonbon-Adventskalender von Frunix oder den Schoko-Adventskalender von frufree ansehen. Beide sind fructosearm, jedoch natürlich relativ süß. 

Aufpassen solltet ihr unbedingt bei allen Adventskalender auf denen groß “zuckerfrei” steht. Diese sind mit Sorbit, Xylit oder Erythrit gesüßt, was gerade Menschen mit einer Intoleranz gar nicht bis meist eher schlecht vertragen. Dann also doch lieber selbst befüllen (lassen).

Wer sich bis zum 27.11.2021 noch für meinen Newsletter anmeldet, erhält außerdem automatisch auch meinen kleinen ganzheitlichen Adventskalender. So kann die Vorweihnachtszeit starten.

2. Weihnachtsfeier auswärts

Weihnachtsfeiern auswärts können, wie jedes Essen auswärts, eine sehr große Herausforderung sein. Versucht vorher herauszufinden, wo die Weihnachtsfeier stattfinden soll. Dann könnt ihr im besten Fall schon mal die Speisekarte des Restaurants im Internet suchen oder direkt dort anfragen. Das gibt euch schonmal Planungssicherheit, ob irgendetwas da für euch in Fragen kommen könnte. Je frischer gekocht wird, desto besser. Gerade die Kombination Fructose- und Laktoseintoleranz (aber auch Zöliakie) macht es zu einer ganz schönen Herausforderung. 

Bei einer Fructoseintoleranz (und auch einer schlechten Verträglichkeit von Zwiebeln & Knoblauch) würde ich zum Beispiel die Finger lassen von:

  • Suppen/klaren Brühen, da sich dort meist Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch drin befindet
  • Salatdressings (stattdessen nach Olivenöl, frischer Zitrone und Salz fragen)
  • Tomatensoßen (wer Tomaten verträgt, kann dann nochmal nachhaken, ob sich Zwiebeln oder Knoblauch in der Soße befindet)
  • Alles in dem traditionell eher viel Knoblauch oder Zwiebeln ist (z.B. Zwiebelrostbraten, Spaghetti aglio e olio)
  • Gerichte mit fructosereichem Obst wie Mango, Apfel, Birne
  • Currygerichte (Curry enthält häufig Knoblauch & Zwiebeln)
  • sehr zuckerreichen Speisen

Bei einer Laktoseintoleranz würde ich noch zusätzlich auf folgendes verzichten:

  • Gerichte mit Sahnesoße (z.B. Gyrospfannen, Pasta mit Sahnesoßen, Rahmgeschnetzeltes, Aufläufe)
  • Gerichte mit Milch
  • Gerichte mit Joghurt & Quark (manche vertragen beide Produkte in kleinen Mengen aber auch)

Was kann man dann überhaupt noch essen?

Berechtigte Frage, auf die es keine pauschale Antwort gibt. Denn das hängt ganz entscheidend von eurer Verträglichkeit ab. Es gibt selten Gerichte, die 100% frei von unverträglichen Stoffen sind, da viele Restaurants leider mittlerweile nicht mehr ausschließlich mit natürlichen Zutaten kochen, sondern häufig zusammengewürfelte Hilfsmittelchen oder gleich fertige Produkte verwenden. 

Umso wichtiger ist es, vorher verträglich zu essen und seine Verdauung halbwegs zu schonen. Dann ist so ein Abend über die Stränge auch mal möglich.

Gerichte, die gehen könnten:

  • Schnitzel mit Salzkartoffeln und verträglichem Gemüse
  • gebratener Fisch (hier frage ich vorher, ob er wirklich nur mit Salz und Pfeffer gewürzt ist)
  • Nudeln mit verträglichem Gemüse und Olivenöl oder eine originale Spaghetti Carbonara (die ist nämlich traditionell nicht mit Sahne, sondern nur mit Ei und Speck gemacht)
  • asiatische Reisnudeln mit verträglichem Gemüse und Hühnchen
  • Pommes
  • Ofenkartoffeln mit Butter statt Kräuterquark
  • vegetarisches Bauernfrühstück (Bratkartoffeln ohne Zwiebeln bestellen)

3. Weihnachtsmarkt

Überall duftet es so herrlich und alles sieht so lecker aus? Ja, Weihnachtsmarkt ist hart mit Intoleranzen. Meine Intoleranzen wurden im November entdeckt. Die erste Weihnachtsmarktsaison war dementsprechend deprimierend für mich. Aber mittlerweile komm ich da schon fast gut durch. Auch hier kommt es einfach wieder auf die Art und Intensität der Intoleranz an. 

Aber ich will euch nichts vor machen: gerade mit der Fructose-Laktose-Kombination hat man es unfassbar schwer auf solchen Märkten. Zwar gibt es auch immer mehr vegane Stände (somit hätten wir das Problem der Laktose schonmal geklärt), jedoch würzen die meist ordentlich mit Zwiebeln und Knoblauch.

Hier solltet ihr aufpassen

Ehrlich gesagt fallen mir gerade auch gar nicht so viele Stände auf unserem Weihnachtsmarkt ein, die verträgliches Essen anbieten würden. 

  • klassische Bratwurst: Enthält meist Zwiebeln und nicht selten auch Laktose
  • Champignonpfanne: Auch ohne Knoblauch-Joghurt-Soße meist in Zwiebeln gebraten
  • Handbrote: Meist mit Roggenmehlanteil (verträgt nicht jeder) und je nachdem auch mit Zwiebel in der Füllung
  • Crêpes: Mit Zucker und Milch
  • Mutzen/Schmalzkuchen: Mit Zucker & Milch
  • Grünkohl mit Kassler: Grünkohl meist mit Zwiebeln gewürzt
  • Backfisch: Meist auf der Basis von Bier (verträgt nicht jeder) und manchmal mit extra Zwiebelpulver im Teig
  • Glühwein: Zucker, Zucker, Zucker
  • Alkoholreicher Punsch: Fruchtsaft und Zucker

Es ist also tatsächlich nicht so leicht, auf dem Weihnachtsmarkt etwas zu finden. Deshalb mein Tipp, wenn ihr unbedingt etwas essen wollt: Guckt, was unter Umständen das kleinste Übel ist und ernährt euch davor und danach fructosearm. Wenn ihr soweit gut mit euren Unverträglichkeiten klar kommt, ist so ein Ausrutscher eher mal zu verkraften, als wenn in eurem Darm dauerhaft Alarm herrscht. In der Karenzphase würde ich aber absolute die Finger davon lassen.

So mache ich das

Ich esse meistens vor dem Weihnachtsmarkt etwas oder kaufe mir einen Langos ohne saure Sahne und nur mit Streukäse. Im Langos kann trotzdem ein kleiner Anteil Milch sein und auch der Käse ist vielleicht nicht zwingend laktosefrei. Aber wenn es mir sonst soweit gut geht, kann ich das mal verkraften. 

Wovon ich absolut die Finger lasse, ist der Glühwein. Wenn es nicht zu kalt ist, trinke ich ganz normal trockenen Weißwein (oder Weißweinschorle). Wenn es frostig ist und ich auch Lust auf Glühwein habe, greif ich mir meinen Thermobecher oder Thermoflasche und nehme meinen eigenen fructosearmen, weißen Glühwein mit.

4. Naschen & Plätzchen

An den ganzen Supermarktplätzchen vorbei zu gehen, ist nicht so einfach. Aber sind wir mal ehrlich: Am besten schmecken doch immer noch die selbstgemachten Plätzchen. Und genau das ist die Lösung. Wer selbstgemachte, verträgliche Produkte zu Hause hat, wird seltener zu unverträglichen Keksen & Co. greifen. Ja ja, ich weiß, es gibt genug Süßigkeiten, die man zu Hause eben nicht so einfach nachmachen kann und die eben einmalig schmecken. Aber da kommt jetzt die harte Realität: Da müsst ihr durch! Und es wird besser. 

Natürlich fehlt mir auch mal irgendein Produkt, aber wir sind einfach absolute Gewohnheitstiere. Und ich hab mich komplett umgewöhnt und bin sehr froh darüber. Könnte ich jede Nascherei essen und müsste sie nicht selbst machen, wäre vermutlich nicht nur mein Körpergewicht ein ganz anderes, sondern auch meine Gesundheit. Also seht es eher als Vorteil und backt selbst ein paar Naschereien. 

Und wer absolute keine Zeit oder Lust zum Selbstbacken hat, kann sich auch mal bei den gängigen fructosefreien Marken wie Frusano, Frufree oder auch bei Werz Bio (die gibt es auch in vielen Bio-Märkten) umsehen.

5. Ideen für den Wunschzettel

Vorweihnachtszeit ist auch Wunschzettelzeit. Auch wenn wir vermutlich größtenteils aus dem Wunschzettel-Alter rausgewachsen sind, bekommt man ja doch hin und wieder noch Nachfragen zu Weihnachtswünschen. Dazu habe ich vor 2 Jahren schon einmal einen Blogbeitrag mit Geschenkideen geschrieben. Und ich bin der Meinung, dass die Ideen noch immer ziemlich aktuell sind. Vielleicht ist da also auch was für euren Wunschzettel dabei. 

Ich hoffe meine Tipps helfen euch, gut durch die Adventszeit zu kommen. Wie meistert ihr die Adventszeit? Fällt sie euch schwer? Habt ihr vielleicht noch andere Tipps? Dann schreibt sie mir gern in die Kommentare. Ich freu mich drauf! 🙂 

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