Käsekuchen mit Sommerbeeren

von Anja | Sugarfree Naturally
Käsekuchen mit Sommerbeeren | laktosefrei, zuckerfrei, fructosearm
Kuchenliebhaberregel Nummer 1: Käsekuchen ist nicht gleich Käsekuchen. Es gibt wohl kaum einen Kuchen, der so unterschiedlich sein kann wie Käsekuchen.
Da wäre der Klassiker mit Quark oder der amerikanische Cheesecake mit Frischkäse. Beides hatte ich schon in vielen Variationen gebacken und probiert. Vor allem der Quarkkuchen meiner Oma mit den Klecksen aus gemahlenen Mandeln hatte es mir immer angetan. Wenn ich daran denke, schwelge ich schon wieder in Kindheitserinnerungen.

Eine neue Dimension von Käsekuchen

Bis dahin hatte ich jedoch einen Käsekuchen komplett übersehen: die cremige Variante mit Sahne und Quark! Diesen habe ich bei Marc von Bake to the Roots entdeckt und musste ihn sofort probieren.
Und er hat absolut nicht zu viel versprochen. Der Käsekuchen ist unfassbar cremig und bildet mit dem knusprigen Boden eine perfekte Einheit. Da hier auch nur eine kleine Springform mit 18cm Durchmesser genutzt wird, ist dieser kleine Kuchen schnell gemacht und noch schneller aufgegessen.
Aufgrund meiner Fructoseintoleranz habe ich den Zucker mit fructosefreien Alternativen ersetzt. Das heißt, hier finden sich so ziemlich alle fructosefreien Süßungsmittel wieder: Getreidezucker, Traubenzucker und mein all time favourite Reissirup. Für alle die etwas überfordert sind mit den verschiedenen Zuckeralternativen, gibt es hier einen Blogbeitrag, der hoffentlich etwas Licht ins Dunkle bringt.

Puddingmasse aus Sahne und Reissirup bildet die Basis

Was diesen Käsekuchen so besonders macht? Hier wird die Sahne mit dem Reissirup und dem Traubenzucker zu einer Art Pudding gekocht und dann erst mit dem Quark und den restlichen Zutaten vermengt. Durch die Schalen und den Saft der Zitrone bekommt die Quarkmasse zudem noch einen frischen Touch.
Mit der Eindämmung meines Zuckerkonsums hat sich auch mein Geschmackssinn etwas verändert, sodass ich vieles süßer schmecke als zuvor. Ich habe das Rezept für den Käsekuchen schon so angepasst, dass er auch den meisten zuckergewöhnten Gaumen schmeckt. Gerade weil er nicht so pappsüß ist, bildet er ein gutes Gegenstück zu den süßen Beeren und verklebt nicht den kompletten Mund 🙂  Solltet ihr es dennoch süßer wollen, fügt der Quarkmasse einfach noch etwas mehr Getreidezucker oder Reissirup hinzu.
 
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Ich lasse den Kuchen nach der Backzeit meist noch ein paar Minuten im ausgeschalteten Ofen mit offener Ofentür stehen. Käsekuchen kann sehr zickig sein, wenn er zu schnelle Temperaturschwankungen erfährt. So kann er sich langsam an die kühlere Luft gewöhnen.

Stäbchenprobe funktioniert hier nicht

Und nur schon einmal als Vorwarnung: Die bekannte Stäbchenprobe funktioniert bei diesem Kuchen leider nicht. Die Masse ist auch nach dem Backen noch so cremig, dass wirklich alles am Holzstäbchen hängen bleibt. Deshalb hilft nur Vertrauen in die Backzeit und den Ofen 😉 Sollte der Rand schon recht dunkel sein, deckt den Kuchen einfach mit etwas Alufolie ab und lasst ihn die restliche Zeit im Ofen.
Der Käsekuchen sollte nach dem ersten Abkühlen auch einmal richtig durchkühlen bis ihr ihn das erste Mal anschneidet. Also am besten am Tag zuvor zubereiten, auskühlen lassen und abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Zur Fructose:
Der Kuchen an sich ist so gut wie fructosefrei. Je nach Verträglichkeit könnt ihr die Beeren auch variieren. Da jedoch keine großen Mengen davon gegessen werden und Beeren als gut verträglich gelten, sollten diese kein Problem sein.
Zur Laktose:
Es werden nur laktosefreie Milchprodukte verwendet.
 

Meine verwendeten Produkte:

  • Vanillepulver vom Vanillekontor*
    Statt Vanille Aroma zu verwenden, kann auch richtige Vanille genutzt werden. Vanille ist leider immer recht teuer. Statt immer viele billige Aromen zu kaufen, bin ich irgendwann auf dieses Vanillepulver umgeschwenkt. Der Preis scheint erstmal hoch, aber es lohnt sich. Es ist sehr ergiebig und kommt bei mir in fast alle süßen Rezepte.
  • Vanille Aroma von Dr. Oetker
    Dieses Aroma enthält keinen Zucker oder Alkohol, sondern Xantan. Xantan sollte zwar auch nicht in größeren Mengen verwendetet werden, aber für die geringe verwendete Menge geht das meist sehr gut.
  • Getreidezucker von Frusano
    Getreidezucker gibt es im Frusano Onlineshop, meist auch bei dm oder Kaufland. Er ist fructosefreie Dextrose und geht dementsprechend schnell ins Blut. Ich versuche deshalb, wenn es geht, ihn oft mit Reissirup zu mischen.

Käsekuchen mit Sommerbeeren | laktosefrei, zuckerfrei, fructosearm

Käsekuchen mit Sommerbeeren

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Prep Time: Cooking Time:
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

Für den Boden:

  • 150g Dinkelmehl (Type 630)
  • 100g kalte Butter
  • 45g Getreidezucker
  • 1 großes Eigelb (aus dem Kühlschrank)
  • Prise Salz
  • 1 TL Zitronenschalenabrieb
 

Für die Füllung:

  • 200g Sahne (ggf. laktosefrei)
  • 40g Traubenzucker (oder Getreidezucker)
  • 100g Reissirup
  • 35g Speisestärke
  • 3-4 EL Milch (ggf. laktosefrei)
  • 340g Magerquark (ggf. laktosefrei)
  • 2 Eigelb
  • 1 TL Vanille Aroma oder 0,5-1 TL Vanillepulver
  • Prise Salz
  • 1/2 Bio-Zitrone
 

Für das Topping:

  • Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren

Zubereitung

Für den Boden:

  1. Das Mehl mit dem Getreidezucker in einer Schüssel vermischen. Die Butter in kleinen Stücken, das Eigelb, eine Prise Salz und etwas Zitronenschalenabrieb zur Schüssel dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Am besten mit den Knethaken des Mixers vermengen, damit der Teig nicht zu warm wird. Zu einer flachen Scheibe formen, in Klarsichtfolie einwickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Eine 18cm-Springform mit Backpapier auslegen und einfetten. Den Teig in die Springform geben auf dem Boden sowie an den Rand randrücken. Dabei sollte der Rand auf mind. 5cm hochgezogen werden. Danach wieder in den Kühlschrank stellen.

Für die Füllung:

  1. Den Ofen auf 175°C  Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Speisestärke mit der Milch verrühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Zur Seite stellen. Traubenzucker, Reissirup und Sahne in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Dabei immer wieder umrühren, damit nichts überläuft oder hochsteigt. Sobald die Sahne kocht, die Stärkemischung zugeben und unter ständigem Rühren aufkochen und andicken lassen, bis eine puddingartige Masse entsteht. Passt hier gut auf, da das ziemlich schnell gehen kann. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
  2. In einer kleinen Schüssel den Quark mit den Eigelben, Vanille Extrakt, Salz und dem Saft und dem Abrieb der Zitrone verrühren. Die Puddingmasse zur Quarkmasse geben und glatt rühren. Dann die Masse in die Springform füllen und glattstreichen.
  3. Für 15 Minuten bei 175°C backen, dann die Hitzezufuhr auf 150°C reduzieren und für weitere 15 Minuten backen lassen. Den Kuchen noch ein paar Minuten im ausgeschalteten Ofen mit geöffneter Ofentür stehen lassen. Aus dem Ofen nehmen und komplett auskühlen lassen. In den Kühlschrank stellen und für mindestens 5-6 Stunden oder über Nacht kühlen.
  4. Den Käsekuchen ca. 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Die Beeren waschen, vorsichtig auf dem Käsekuchen verteilen und servieren.

Tipps

Das Rezept ist für eine Springform mit 18cm Durchmesser ausgelegt. Falls ihr ihn in einer größeren Form backen möchtet, multipliziert einfach die Zutatenmengen entsprechend.

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6 Kommentare

Moni 20. Januar 2021 - 8:21

Hallo liebe Anja, ich wollte mich mal an den Kuchen wagen, aber wollte noch gerne wissen, was du für einen Vanille Exrakt benutzt? Ich finde die üblichen immer nur zusätzlich Zucker oder Alkohol. Obwohl der Alkohol jetzt nicht schlimm wäre oder? Liebe Grüße Moni

Antworten
Anja | Sugarfree Naturally 20. Januar 2021 - 9:08

Hallo Moni,

es freut mich, dass du den Käsekuchen ausprobieren möchtest. Er ist auch wirklich nicht schwer und so unglaublich cremig 🙂
Ich verwende als Vanille Extrakt das Vanille Aroma von Dr. Oetker. Das geht in den kleinen Mengen ganz gut. Du kannst aber alternativ auch problemlos das Mark einer Vanilleschote oder gemahlene Vanille verwenden. Ich hab meine verwendeten Produkte jetzt nochmal oben in den Beitrag geschrieben.

Liebe Grüße,
Anja

Antworten
Moni 21. Januar 2021 - 13:36

Super! Vielen lieben Dank! Ich bin gespannt, ob der Kuchen klappen wird 😀

Antworten
Anja | Sugarfree Naturally 22. Januar 2021 - 15:09

Ich drücke die Daumen 🙂

Antworten
Nick 20. Oktober 2020 - 17:25

Hallo,
erstmal vielen Dank für das Rezept! Ist nicht einfach, ein Rezept zu finden für einen fructosefreien Käsekuchen.
An sich war er ganz lecker, ein paar Hinweise aber noch:
1. Die Stärke war viel zu stark in dem Verhältnis, wie Du es angegeben hast. Also da sind ne Menge Stärkeklumpen in dem Kuchen gewesen, obwohl ich versucht habe, so viele wie möglich rauszupulen. Am besten auf die Packungsanweisungen von der Stärke schauen.
2. Im Text stand, dass man auch noch Zitronenabrieb in den Teig tun soll. Bei den Angaben war aber nicht zu finden, wie viel davon. Ich habe einen TL genommen, fand es dann etwas zu zitronig…
3. Der Bodenteig hat mal so gar nicht hingehauen mit der kalten Butter und Knethaken. Ich habe dann noch ein zweites Eigelb hinzugetan und als das immernoch nichts gebracht hat, mit den Händen geknetet. Hat dann ganz gut geklappt. Warum soll der Teig beim Kneten kalt bleiben? Er wird doch eh warm später. Würde empfehlen, es gleich mit den Händen zu kneten oder die Butter warm werden zu lassen.

War trotzdem lecker.
Viele Grüße,
Nick

Antworten
Anja | Sugarfree Naturally 20. Oktober 2020 - 17:54

Hallo Nick,
es freut mich, dass dir der Kuchen geschmeckt hat 🙂

Ich bin etwas überrascht aufgrund deiner Anmerkung zur Stärke. Viele haben den Kuchen schon genau so gemacht und ich mache ihn selbst immer noch genau nach dem Rezept und hatte bisher nie das Problem mit den Stärkeklumpen. Hattest du die Stärke vorher auch gut mit der Milch verrührt?

Der Zitronenabrieb für den Teig ist eigentlich oben in der Zutatenliste mit 1 TL angegeben. Also da warst du schon richtig.
Der Teig für den Boden ist eben ein normaler Mürbeteig. Und der sollte immer möglichst kalt verarbeitet werden, damit sich das Gluten nicht so löst. Das macht den Teig dann nämlich eher zäh. Deshalb sollte es im Optimalfall mit Knethaken geknetet werden. Jedoch geht die Welt auch nicht davon unter, wenn man das sehr zügig mit der Hand durchknetet 😉

Viele Grüße,
Anja

Antworten

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