Warum deine Beschwerden nicht aufhören

von Anja | Sugarfree Naturally

Bei dir wurde eine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt, du ernährst dich schon verträglich, aber hast noch immer scheinbar unerklärliche Beschwerden? Dahinter können verschiedene Ursachen stecken. Heute schauen wir uns mal eine kleine Auswahl an und du lernst mein Lieblingstool kennen, um solche Dinge aufzudecken 😉

1. Du hast keine richtige Karenzzeit gemacht

Egal mit welcher Unverträglichkeit du zu kämpfen hast: Eine richtige und strenge Karenzzeit am Anfang ist enorm wichtig und legt nicht selten den Grundstein für deine weitere Verträglichkeit. Aber warum ist das so? Bis man die Diagnose “Nahrungsmittelunverträglichkeit” erhalten hat, vergehen meistens einige Wochen bis Monate. Davor kämpft man mit Beschwerden, die man nicht zuordnen kann. Man versucht es auf eigenem Weg und wird immer verzweifelter. Und erst dann geht man zum Arzt. In dem Moment, in dem wir so regelmäßig solche Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Co. haben, ist unser Darm schon enorm geschädigt.

Setzen wir ihn nun weiterhin den Sachen aus, mit denen er  zu kämpfen hat und die die Symptome auslösen, kann es die ganze Problematik noch mehr verschärfen. Ziel einer jeden Karenzzeit sollte sein, so wenig Fructose, Histamin, FODMAPs etc. wie möglich zu sich zu nehmen, damit die Beschwerden erst einmal aufhören und damit der Darm Ruhe findet. Und dann kann er langsam wieder aufgebaut werden.

2. Du hast weitere Unverträglichkeiten

Eine Intoleranz kommt selten allein. Dieser Spruch ist leider sehr wahr. Viele haben mit einer fröhlichen Kombination von Intoleranzen zu kämpfen. Bei mir ist es zum Beispiel Fructose und Laktose. Nicht alle Ärzte testen direkt mehrere Unverträglichkeiten, deshalb kann da vielleicht bei der Diagnose schon etwas übersehen worden sein. Außerdem können sich auch weitere Unverträglichkeiten entwickeln. Und da gibt es so einige, z.B. Histamin, Weizen (und damit meine ich keine Zöliakie) oder auch Saccharose (der ganz normale Haushaltszucker). 

Was da im ersten Schritt am besten hilft? Ein Ernährungstagebuch. So kommt man eventuellen weiteren Übeltätern am ehesten auf die Schliche. In meinen Beratungen ist das auch mit mein wertvollstes Tool.

3. Du unterschätzt Stress und psychische Faktoren

Ich mach mich ja auch sehr gern darüber lustig, dass Unverträglichkeiten oder Verdauungsbeschwerden von Außenstehenden häufiger mit “Du hast einfach zu viel Stress” abgetan werden. Aber ehrlich gesagt, ist da was dran. Stress ist definitiv ein sehr wichtiger Faktor für die Gesundheit und somit auch für unsere Verdauung. Jeder, der vor einem wichtigen Termin schonmal sehr nervös war und vorher mehrfach auf die Toilette gerannt ist, wird wissen, was ich meine 😉 Das ist auch der Grund, warum ich neue Lebensmittel oder größere Mengen immer nur an einem ruhigen Tag ohne Termine teste.

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Verdauung. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen esoterisch, aber ist tatsächlich wahr. Wenn wir denken “Das vertrage ich eh nicht”, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir es nicht vertragen höher. 

Zum einen achtest du dann auf jedes kleine Zeichen. Ein kurzes Bauchgrummeln nach der verträglichen Reispfanne? Kein Problem, der Darm arbeitet halt. Das gleiche kurze Bauchgrummeln nach nicht ganz so sicheren Gerichten? Oh mein Gott! Ich wusste es! Es geht wieder los! Der Tag ist im Eimer. 

Zum anderen löst Stress eine Reihe von Prozessen in unserem Körper aus, die unsere Verdauung massiv beeinflussen. Das kann in Verstopfungen enden, in Blähungen oder (was häufiger der Fall ist) in Durchfall. 

4. Du isst falsch

Manchmal kommt es nicht darauf an, was man isst, sondern wie man isst 😉 

Ja, auch beim Essen kann man Fehler machen. Und alles was ich dir jetzt sage, wird nicht neu für dich sein. Du hast es einfach nur noch nicht umgesetzt:

  • Ausführlich Kauen
  • In Ruhe im Sitzen essen
  • keine Ablenkung wie Fernsehen, Podcast und Co.
  • Zeit nehmen zum Essen
  • 30 Minuten vor und nach dem Essen nichts trinken

Na, war da tatsächlich noch was Neues dabei? 

5. Du übersiehst Muster wie unverträgliche Mengen oder Kombinationen

Manchmal liegt es nicht an einem Lebensmittel an sich, sondern an der Kombination oder der Menge (oder bei Histaminintoleranz auch an der Zubereitungsart oder der Aufbewahrung). Das kann sowohl eine einzelne Mahlzeit als auch den gesamten Tag betreffen. Bis unser Essen den ganzen Weg durch den Körper genommen hat, kann es dauern. Und so können 48-72h nach einer unverträglichen Mahlzeit noch immer Symptome auftreten.

6. Du isst unverträglich

Jetzt denkst du vielleicht: Das kann nicht sein. Ich hab mir doch alle Listen angesehen und esse nur verträgliche Lebensmittel. Nun ja, das mit den Listen ist so eine Sache. Gerade für Fructoseintoleranz existieren viele verschiedene Tabellen im Internet. Jeder sagt gefühlt etwas anderes. Und tatsächlich sollten Tabellen immer nur als Anhaltspunkte gesehen werden und nicht als festgesetzte Maßstäbe. Und manchmal kommt es eben nicht nur auf die Fructose im Lebensmittel an, sondern auch auf Zuckeralkohole oder Ballaststoffe. 

Auch im Bereich der Histamin-Intoleranz wird es da spannend. Denn hier geht es nicht nur um Lebensmittel, die Histamin enthalten, sondern auch solche, die für die Histaminausschüttung im Körper sorgen. Und dann gibt es noch Stoffe, die das histaminabbauende Enzym blockieren. Du siehst: Auch hier gibt es viel Spielraum für Fettnäpfchen.

Dann gibt es vielleicht doch noch das ein oder andere Fertigprodukt, das vielleicht vor 2 Jahren noch “sicher” war, mittlerweile aber eventuell eine andere Rezeptur und Inhaltsstoffe hat. Deshalb ist es häufig gar nicht so unwahrscheinlich, dass ein vermeintlich sicheres Lebensmittel gegessen wird, dass aber doch Probleme machen kann.

Auch hier kann ich wieder nur zu einem Ernährungstagebuch und eventuell professioneller Unterstützung raten, um diese Muster aufzudecken. 

7. Du unterschätzt die ganzheitliche Gesundheit

Man kann sich unseren Körper wie eine Maschine mit vielen kleinen Zahnrädern vorstellen. Hängt es bei einem, hängt es oft auch bei den anderen. Und so wird unsere Verdauung und Darmgesundheit nicht nur von dem beeinflusst, was wir essen, sondern auch von anderen Faktoren wie Schlaf, Stress oder (mangelnder) Bewegung. 

Und auch deine Sexualhormone oder deine Schilddrüse haben ein Wörtchen bei deiner Verdauung mitzureden. Es hängt wie immer alles zusammen. Es kann also sein, dass deine Beschwerden nicht “nur” von den gegessenen Lebensmitteln kommen, sondern von deinem Lebensstil oder von anderen Organen beeinflusst werden.

8. Deine Unverträglichkeiten sind nicht die alleinige Ursache

Neben Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt es eine Vielfalt an weiteren möglichen Ursachen im Verdauungstrakt, die für deine Beschwerden sorgen können. Es kann eine Autoimmunerkrankung (z.B. Zöliakie) dahinter stecken oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Es kann auch ein Problem mit dem Magen sein, das sich nun durch eine gestörte Verdauung zeigt. Du siehst: es gibt viele Möglichkeiten. Eine Magen- oder Darmspiegelung ist zwar nervig, kann aber dahingehend sehr aufschlussreich sein 😉 

Aber auch hier kann ich dir wieder ein Ernährungs- und Symptomtagebuch sehr ans Herz legen.

Und vieles mehr

Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig. Es gibt noch so viele weitere Möglichkeiten und Ursachen für anhaltende Verdauungsbeschwerden, dass das diesen Blogbeitrag sprengen würde. Aber vielleicht gibt es dir schon ein paar Anhaltspunkte, worauf du achten kannst.

Hol dir Hilfe

Wahrscheinlich kommt es dir schon langsam aus den Ohren raus, aber ein Ernährungstagebuch kann in vielen Fällen wirklich sehr aufschlussreich sein und weiterhelfen. Trotzdem ist jeder Körper individuell und reagiert auch unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht weiterkommt. Es macht mehr Sinn, die Ursache herauszufinden und dann systematisch anzugehen, anstatt lange allein zu forschen. Denn in den eigenen Ernährungs- oder Lebensgewohnheiten übersieht man selbst schnell Muster.

Lass es uns gemeinsam angehen

Ich helfe dir den Ursachen für deine Beschwerden auf den Grund zu gehen und sie langfristig zu verbessern. Dabei schauen wir uns deinen Körper im Ganzen an und ich gebe dir auf dich zugeschnittene Tipps & Tricks.

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