Reisen mit Unverträglichkeiten

von Anja | Sugarfree Naturally

Ich finde ja, dass man sich Zuhause sehr gut an eine fructosearme und laktosefreie Ernährung gewöhnen kann. Anders sieht das jedoch aus, wenn man auswärts essen geht. Oder sogar verreist. Eine Sache mit der ich mich doch noch ein wenig schwer tue. Wenn ich verreise kommt gefühlt mein halber Vorratsschrank mit. Denn ich möchte immer gern auf alles vorbereitet sein. Doch es gibt auch einfachere Wege, wie man mit Intoleranzen verreisen kann. Deshalb habe ich mir mal DIE Expertin zum Thema Reisen mit Intoleranzen eingeladen: Angi von the intolerant wanderer

Angi hat nämlich so einiges an Erfahrung, was das Reisen angeht. Denn sie ist mit ihren Intoleranzen schon über zwei Jahre um die Welt gereist und hat somit nicht nur verschiedene Kulturen und Essgewohnheiten kennengelernt, sondern wurde sicher auch schon vor die eine oder andere Ernährungshürde gestellt.

Ich habe ihr deshalb mal ein paar Fragen rund um das Thema Reisen und auswärts Essen mit Unverträglichkeiten gestellt.

Habt ihr auch noch Fragen dazu? Dann schreibt es einfach in die Kommentare und wir versuchen, sie zu beantworten.

Ferienwohnung oder Hotel?

Auf jeden Fall Ferienwohnung. Ich persönlich finde es viel entspannter, wenn ich mich selber um mein Essen kümmern kann. Frühstücksbuffets in Hotels sind zwar toll, aber mit meinen ganzen Unverträglichkeiten eher eine Qual – so viel Auswahl, aber doch so wenig “Essbares”. 

Kann man überhaupt einen All-Inclusive-Urlaub mit Intoleranzen machen?

Ja. Mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung, geht alles! Ich war dieses Jahr das erste Mal mit meinen Intoleranzen im All-Inclusive-Urlaub: 1 Woche Ägypten. Ging gut. Man muss sich einfach bewusst sein, dass es essenstechnisch wahrscheinlich kein Höhenflug wird. Darum ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Stehen z.B. Erholung und Nichtstun im Vordergrund, gibt es nichts gegen einen All-Inclusive-Urlaub einzuwenden. Möchte man die lokale Küche (und Kultur) kennenlernen, würde ich es eher nicht empfehlen – das gilt aber eigentlich allgemein, nicht nur für Menschen mit Unverträglichkeiten. Über meine “intolerante” All-Inclusive-Erfahrung habe ich einen Blogpost geschrieben: https://www.theintolerantwanderer.com/post/low-fodmap-im-all-inclusive-urlaub

Welche Länder sind besonders empfehlenswert?

Das ist schwierig zu sagen. Auch hier geht es um die persönlichen Prioritäten und Diäten. Sehr gute Erfahrungen, was das Essen angeht, habe ich z.B. vor ein paar Jahren in Vietnam gemacht. Mittlerweile bin ich aber Vegetarierin und wüsste nicht, ob ich es essenstechnisch genauso toll fände. Eine sichere und gute Wahl ist auf jeden Fall Italien. Ich war letztes Jahr in Sizilien und Träume heute noch von den glutenfreien Pizzen. Mehr dazu hier: https://www.theintolerantwanderer.com/post/low-fodmap-in-sizilien

In welchem Land hattest du bisher die meisten Probleme, etwas Verträgliches zu finden?

Ungarn ist nicht leicht. Vor allem wenn man kein Fleisch isst. Und so sehr ich Bali liebe: auch hier hatte ich Schwierigkeiten, was Anderes zu finden als Reis, Tofu und Tempeh. Sonst ist das meiste mit Zwiebeln oder Knoblauch mariniert – was ich leider nicht vertrage. 

Was war dein verrücktestes Essenserlebnis auf Reisen?

Gute Frage. Essen ist bei uns allgemein immer recht abenteuerlich. Mein Freund hat eine Erdnuss Allergie. Zusammen mit meinen Intoleranzen ergibt das eine ziemlich heikle Kombi – gerade in Asien. Wir hatten aber Glück und nie grössere Probleme. Das Verrückteste, das bei uns auf dem Teller landete, war wohl Frosch-Suppe in Singapur. 

Was darf in deiner Reiseausrüstung essenstechnisch nicht fehlen?

Snacks. In meinem Rucksack befindet sich immer eine Notration an Nüssen, Knäckebrot oder Crackern. Ansonsten passe ich die Essens-Packliste der Reise entsprechend an. Beim All-Inclusive-Urlaub z.B. habe ich genügend glutenfreies Brot für eine Woche eingepackt. 

Welche Produkte aus anderen Ländern hättest du hier auch gern?

Oh, da gibt es viele – obwohl es vielleicht besser ist, wenn die Auswahl Zuhause kleiner ist. Ich würde sonst wahrscheinlich wesentlich weniger selber kochen und backen… Ausserdem geniesse ich es so mehr, wenn ich unterwegs was Tolles finde. In Italien gibt es leckere Süssigkeiten. Australien, aber auch England, ist ein Paradies für low FODMAP “Convenience” Produkte, wie z.B. Aufstriche, Saucen und Curries. 

Was ist dein Lieblingsgericht, das du unterwegs entdeckt hast?

Ich würde sagen, allgemein die Vietnamesische Küche. Dank der vielen frischen Kräuter, schmecken die Zutaten intensiver. Das habe ich “mitgenommen” in die heimische Küche und verwende heutzutage mehr Kräuter zum Würzen. 

Welche Gerichte sollte man auswärts am besten essen?

Das kommt natürlich drauf an, wo man ist. Es gibt aber ein paar “Safe Foods”, die ich bestelle, wenn ich sonst nichts Passendes auf der Karte finde. Für mich sind das Salat mit Öl und Zitronensaft (oder ganz wenig Essig), ungewürztes Gemüse sowie Pommes. Letzteres ist wahrscheinlich der Klassiker bei Vielen – nichtsdestotrotz ist das natürlich sehr individuell, je nach Unverträglichkeiten. 

Was sind typische Fructose-/Laktose-Fallen in Restaurants?

Saucen! Ich bestelle mir so gut wie nie etwas mit Sauce. Da hat’s leider meistens irgendwas drin, das ich nicht vertrage. Aber auch bei Risotto wäre ich vorsichtig. Oder mariniertem Fleisch und Gemüse. 

Gibt es bestimmte Medikamente etc. die du immer dabei hast?

Die drei Sachen habe ich eigentlich immer dabei:

  • Lactase-Tabletten, falls es keine laktosefreien Optionen gibt
  • Verdauungshelfer (z.B. Full Spectrum Digest von DeltaStar) hilft bei Schwerverdaulichem wie Kichererbsen, Linsen aber auch Zwiebeln und Knoblauch
  • GluteoStop nehme ich, sollte mal irgendwo etwas mehr Weizen drin sein (ein bisschen geht bei mir)

Zusätzlich befinden sich in meiner “Reise-Apotheke” Pfefferminz-Teebeutel, Minzöl und Schmerztabletten.


Über Angi

Seit 4 Jahren hat Angi schon Intoleranzen. Unter anderem gegenüber Laktose, Fructose, Weizen, Zwiebeln und Knoblauch. Sie ernährt sich deshalb vor allem FODMAP-arm. Die Lust am Reisen lässt sie sich dadurch aber nicht nehmen. In ihrem Blog the intolerant wanderer gibt sie Tipps zum Reisen mit Intoleranzen und teilt auch ihre liebsten Rezepte. Zudem ist sie Gründerin von intolerant.me, einem Social Content Magazin für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen

Instagram: https://www.instagram.com/theintolerantwanderer/
Web: https://www.theintolerantwanderer.com/

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